Wappen der Ortsgemeinde Reil

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Im 30-jährigen Krieg zogen die Landsknechtshaufen aller Parteien plündernd und mordend durch die Lande. Nach verzweifelten Hilferufen der Bürger des Cröver Reiches stellte 1628 der Habsburger Kaiser Ferdinand III. ihnen einen Schutzbrief aus. Er sollte sie zumindest gegen die Heimsuchungen kaiserlicher Truppen und ihrer Verbündeten, der katholischen Liga, sichern. Zeichen dieses Schutzbiefes war das kaiserliche Wappen (Habsburger Doppeladler), das die Bürger des Cröver Reiches an ihren Dorfschaften, persönlichen Anwesen, Häusern, Höfen, Fuhrwerken, Hab und Gut anschlagen durften. .... genützt hat es nichts. Es wurde von allen Seiten weiter marodiert.

Seit dieser Zeit führen einige Orte des ehemaligen Cröver Reiches den Habsburger Doppeladler im Wappen, so auch Reil.

1000 Jahre Reil

Das Moseltal ist altes Kulturland. Hier siedelten die Kelten, kolonisierten die Römer, drangen die Franken ein.

In der heutigen Gemarkung Reil gab es eine Furt durch die Mosel, d.h. die Mosel war dort bei normalem Wasserstand so seicht, dass man sie mit einen Pferdegespann, einem Eselwagen oder einem Gefährt mit einer Kuh als Zugtier passieren konnte. Solche Stellen waren selten und deshalb führten die Verkehrsverbindungen darüber.

An solchen Orten verlangte man Wegezoll. Zum Durchqueren der Furt brauchte man zusätzliche Hilfskräfte.

Außerdem war die Furt ein Verkehrshindernis - nämlich für die Schiffe, die bereits zu Römerzeiten auf der Mosel verkehrten. Hatten sie einen zu großen Tiefgang, mussten sie vor der Furt geleichtert (teilweise entladen) und hinterher wieder beladen werden, wieder eine Gelegenheit den Lebensunterhalt zu verdienen.

Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass schon frühzeitig eine Siedlung an dieser Furt entstanden ist. Funde gibt es. Aber die Kelten haben nichts aufgeschrieben und von den Römern wurde auch nichts Schriftliches überliefert.

Die erste Urkunde, in der Reil erwähnt wird, datiert vom 18. Mai 1008. Mit ihr wird ein Tauschvertrag geschlossen. Der Erzbischof Williges von Mainz übergibt der Kirche des hl. Stephanus zu Mainz ein Hofgut in Reil (damals Rigula) im Tausch gegen einen anderen Hof in Büchenbach (damals Buochinbah).

urkunde

Urkunde über den Tauschvertag, erster schriftlicher Nachweis des Ortes Reil

Im Jahr 1008 bestand in Reil also ein vollständiges Hofgut. Reil ist damit sicher (mehr als) 1000 Jahre alt.